Das Beste vorweg: Alle Musiker und Begleitpersonen sind pünktlich und wohlbehalten wieder zu Hause angekommen. Wohlbehalten stimmt allerdings nicht ganz, weil einigen noch die Strapazen der Gewalt-Tour in den Knochen und Gedärmen stecken. Die meisten von uns konnten alle 12 Konzerte mitmachen, insbesondere Leo, Jing, Vincent, Veronika, Carlo und Katharina, sowie das gesamte Blech, Holz, Schlagwerk und tiefe Streicher samt Bassklarinette. Somit war während der gesamten Tour in 10 Städten das hohe musikalische Niveau von Anfang bis zum Ende gewährleistet.

Höhepunkt war das Neujahrskonzert am 1. Jänner im Parlament in Peking vor 4500 begeisterten Zuhörern.

Leo zeigte sich von seiner elegantesten Seite, den Frack zog er sich selbst an.

Unser Jungstar Vincent wurde frenetisch akklamiert, besonders von Scharen junger Mädchen, die unentwegt nach Selfies mit ihm verlangten und mit glückseligem Lächeln endlich von dannen zogen.

Die Bewerbung der Konzerte durch die Agentur war vorbildlich. Überall bei den Konzerthallen überdimensionale Plakate mit Leo. Leo überall. Und mit dem Vienna Classical Philharmonic Orchestra, wie die Camerata Carnuntum dort vorübergehend genannt wurde, in einer Reihe mit berühmten internationalen Orchestern, die ebenfalls in diesen Megastädten gastierten.

Die Unterbringung in den Hotels war teils über unseren Erwartungen (z.B. Hilton), teils nicht immer dem 3-Stern- oder 4-Stern-Niveau angemessen. Die Bedingungen in den Konzertsälen bei der Einspielprobe ließen oft zu wünschen übrig. Kalter Luftzug, peinigendes Klavierstimmen, schlecht eingerichtete Leih-Kontrabässe und -Celli machten uns das Leben schwer. Bei den Konzerten allerdings waren die Spielbedingungen in Ordnung.

Diese Konzert-Tournee war weder ein Urlaub noch eine Besichtigungstour. Trotzdem gelang es einigen besonders Unternehmungslustigen, in spielfreien Stunden die Schönheiten Chinas zu genießen, als da wären die verbotene Stadt (Kaiserpalast) in Peking und einige Kurzausflüge in Jinan, der Stadt der 72 Quellen, in der wir 3 Konzerte gaben.

Auf einem der Binnenflughäfen packten unsere Blechbläser ihre Instrumente aus, um sich und uns allen die Wartezeit zu verkürzen. Im Nu waren sie von einem Flashmob umringt, bis die Flughafenpolizei dem bunten Treiben ein Ende setzte.

Am 24. Dezember wurden wir ein bißchen traurig, weil wir nicht bei unseren Lieben sein konnten. Alwin und Rachel gestalteten aber einen berührenden Weihnachtsabend mit Lesung, Musik, Gesang, Kerzen und sogar einer kleinen Krippe (von Katharina).

Die chinesische Küche bietet für jeden Geschmack Köstliches und weniger Köstliches. In die zweite Kategorie fallen diese lauwarmen Hendlkrallen. Naja, wers mog.

Für die Camerata Carnuntum bedeutet diese Tournee, von Jing eingefädelt und mitorganisiert, einen erfolgreichen Meilenstein in ihrer jungen musikalischen Karriere und zeigt die Anziehungskraft Gramatneusiedls, des Wittnerhofes und unseres musikalischen Leiters Leo innerhalb der Region.

Einen Ausschnitt der musikalischen Ausbeute können Sie hier anklicken:

Yellow River Klavierkonzert 4. Satz

Gulda Cellokonzert 5. Satz

Gulda Cellokonzert 2. Satz

Haydn Paukenschlag 2. Satz

Irish Suite 1. Satz

Zauberflöte Ouvertüre